Schlamm, Wassermelone und ein verstecktes Naturwunder von Gobustan – Eine Oase mitten im Nichts

Veröffentlicht in: Post-sowjetischer Raum, Uncategorized | 0

Wir hatten an diesem Tag eigentlich gar keinen festen Plan – außer dem Wunsch, die berühmten Schlammvulkane von Gobustan zu sehen. Unser Fahrer, ein schweigsamer Mann mit einem in die Jahre gekommenen Minibus, fuhr uns über holprige Straßen hinaus aus Baku, immer tiefer in eine Landschaft, die sandiger, rauer und unwirklicher wurde.

Dann bog er plötzlich ab – kommentarlos.
Nur Staub, Hitze, Stille.

Wir stiegen aus und standen in einer Art Mini-Wüste. Hügel, leerer Horizont, kein Hinweis auf irgendetwas, das nach „Sehenswürdigkeit“ klang. Trotzdem liefen wir los – einem Gefühl folgend, dass hinter diesen Hügeln etwas verborgen liegen musste.

Und tatsächlich: Auf halbem Weg kamen uns eine Gruppe junger Männer entgegen. Sie lachten, winkten und hielten uns riesige Stücke Wassermelone entgegen – als wäre das hier die normalste Begrüßung der Welt. Wir nahmen an, kosteten – und die Melone war süßer, saftiger und erfrischender als jede, die ich in Deutschland je gegessen habe.

 Mit klebrigen Fingern und einem breiten Lächeln liefen wir weiter – und dann sahen wir es:

Die Schlammvulkane von Gobustan.
Eine Mondlandschaft in der aserbaidschanischen Hitze:
warme, blubbernde Schlammkegel, die kleine Gasblasen ausstießen, Krater voller grau schimmernder Matschepampe und Hügel, die aussahen, als hätten sie Atem.

Der Schlamm war überraschend warm – aufgeheizt von der Sonne, weich und fast wohltuend.
Wir tauchten unsere Füße hinein, fühlten, wie die warmen Blasen an den Beinen hochstiegen, und konnten nicht aufhören zu lachen, wenn ein kleiner Gasschub irgendwo unerwartet hochspritzte.

Es war roh, archaisch – ein Naturwunder ohne Absperrung, ohne Ticketschalter, ohne touristisches Drumherum.
Ein Ort, den man nur findet, wenn man bereit ist, die Straße zu verlassen.

Und das Schönste war:
Nichts daran war geplant.
Es war reiner Zufall – und pure Gastfreundschaft – dass wir erst Wassermelone geschenkt bekamen und dann dieses Naturphänomen für uns entdecken durften.

 
  💭
  Gedanke zum Mitnehmen
 
 
Die schönsten Erlebnisse entstehen oft, wenn du dich auf Wege einlässt, die du nicht selbst gewählt hast.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert