Auf unserer Reise zum Kölsoy-Nationalpark in Kasachstan — einer märchenhaften Region voller Wälder, Berge und türkisgrüner Seen — starteten wir zunächst ganz unspektakulär: in einem normalen, etwas in die Jahre gekommenen Reisebus.

Eng, warm, aber funktional genug, um gemütlich durch die Steppe zu ruckeln. Wir waren in bester Stimmung, eingekuschelt auf unseren Sitzen und voller Vorfreude auf die Jurtenübernachtung am Ziel.
Doch mitten auf der Strecke passierte es:
Reifenpanne.
Ein schiefer Laut, ein Ruck, dann Stillstand.
Der Fahrer stieg aus, blickte unters Fahrzeug, nickte kurz — und stellte fest, dass diese Panne nicht so schnell zu beheben war. Also standen wir nun da, mitten im Nirgendwo, am Rand einer staubigen Schotterpiste, bei über 30 Grad, während die kasachische Steppe vor Hitze flimmerte.
Nach einiger Zeit kam er dann:
unser Ersatzbus.
Und was für ein Ersatzbus!

Und dann rollte es an – ein Gefährt, das von außen eher wirkte wie die kasachische Version eines Trabis auf Steroiden. Klein, eckig, klapprig, mit einem Motorgeräusch irgendwo zwischen „Rasenmäher“ und „Hoffnung“. Wir konnten nicht anders: Wir mussten lachen.
Doch kaum hatten wir Platz genommen, änderte sich mein Eindruck schlagartig.
Ja, die Konstruktion war improvisiert.
Ja, die Bank war eigentlich knochenhart.
Aber: Die Sitze waren weich gepolstert und die bunten Decken machten es seltsam gemütlich. Und weil wir so eng beieinandersaßen, stützte man sich irgendwie gegenseitig. Ausgerechnet dieser kleine Bus, der von außen aussah, als würde er beinahe auseinanderfallen, erwies sich innen als erstaunlich komfortabel – auf seine ganz eigene Art.

Jeder Ruck der Schotterpiste ging uns durch Mark und Bein, aber genau das machte es auch irgendwie… charmant. Statt genervt zu sein, lachten wir über jede Bodenwelle. Es war warm, eng, staubig – und gleichzeitig richtig wohlig. Ein Komfort, der weniger mit Technik zu tun hatte, sondern mit Nähe, gemeinsamer Erfahrung und dieser unerwarteten Gemütlichkeit, die man manchmal nur auf Reisen findet.
💭
Gedanke zum Mitnehmen
Manchmal braucht es eine Panne, um zu erkennen, dass Komfort weniger mit Umständen zu tun hat – und viel mehr mit unserer Haltung. Wenn wir bereit sind, Neues anzunehmen, kann selbst ein klappriger Ersatzbus zu einem Ort der Nähe, des Humors und der Gelassenheit werden.






Schreibe einen Kommentar