Vom Backpacker zum Büroalltag
Nach Monaten des Reisens, Arbeitens und Umherziehens hatte ich das Gefühl, endlich angekommen zu sein – nicht nur geografisch, sondern auch im Alltag.
Mein Job in der Parliamentary Library of New South Wales war anders als alles, was ich zuvor getan hatte: ruhig, konzentriert, verlässlich.
Ich arbeitete in der sogenannten Clipping Section – dort, wo täglich Zeitungsartikel ausgewertet und in Überschriften zusammengefasst wurden.
Was zunächst simpel klang, entpuppte sich als echte Herausforderung: Informationen verstehen, Kernaussagen herausfiltern, prägnant formulieren.
Ich liebte diese Mischung aus Sprache, Struktur und Verantwortung – und das Gefühl, dass meine Arbeit tatsächlich zählte.

Ein Gefühl von Routine – und von Zuhause
Zum ersten Mal in Australien lebte ich einen echten 9-to-5-Rhythmus.
Jeden Morgen begann mein Tag am Bahnhof Dulwich Hill, einem kleinen Vorort im Westen Sydneys.
Von dort aus nahm ich den Zug ins Stadtzentrum – eine etwa 20-minütige Fahrt, die mich täglich vom ruhigen Wohnviertel in das pulsierende Herz der Stadt brachte.
Ich stieg an der Station Martin Place aus – umgeben von Geschäftsleuten, Straßenmusikern und dem Duft von frisch gebrühtem Kaffee.
Dann holte ich mir meinen Segafredo-Kaffee und einen Muffin von der kleinen Bäckerei an der Ecke, bevor ich durch die belebten Straßen zur Library ging.
Seitdem denke ich bei jeder Tasse Segafredo-Kaffee unweigerlich an diese Zeit zurück – an die Morgensonne über Sydney, an die vertrauten Gesichter im Büro und an dieses stille Gefühl, angekommen zu sein.

Die Tage vergingen ruhig, fast unbemerkt.
Ich wusste, welche Aufgaben mich erwarteten, und das gab mir Sicherheit.
Nach der Arbeit traf ich manchmal Kolleginnen im Café oder ging allein am Darling Harbour spazieren.
Mittags zog es mich oft hinaus – nur ein paar Schritte von der Library entfernt lag der Royal Botanical Garden.
Zwischen Palmen, tropischen Pflanzen und mit Blick auf das Wasser verbrachte ich meine Pause dort, meist mit einem Sandwich oder einfach nur im Gehen.
Dieser tägliche Spaziergang wurde mein kleiner Rückzugsort: ein Moment, um durchzuatmen, Sonne zu tanken und zu spüren, wie leicht sich Arbeit anfühlen kann, wenn man im richtigen Umfeld ist.
Arbeiten in einem anderen Land – und in sich selbst ankommen
Dieser Job war der spannendste meines Australienjahres – nicht wegen großer Erlebnisse, sondern weil er mir ein Stück Normalität schenkte.
Er machte aus mir nicht nur eine Reisende, sondern eine, die dort wirklich lebte.
Ich hatte gelernt, dass Ankommen kein Ort ist, sondern ein Zustand.
Und manchmal erkennt man ihn erst an den kleinen Dingen – am Geruch von Kaffee, am Geräusch einer Tastatur, am vertrauten Weg zur Arbeit.
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Gedanke zum Mitnehmen
Manchmal fühlt sich Freiheit nicht nach Abenteuer an, sondern nach Alltag.
Nach einem Zug von Dulwich Hill nach Martin Place, einem Muffin, einem Kaffee und dem Gefühl, endlich irgendwo dazuzugehören.






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