Dreimal pro Woche kündigt sich das kleine Ereignis schon von Weitem an: ein lautes, blechernes Läuten, das durch das Dorf hallt.
Das Milchauto ist unterwegs.

Wenn die Glocke ertönt, dauert es noch gut eine Viertelstunde, bis der Wagen schließlich zurückkehrt und direkt vor unserer Datscha hält.
Dann beginnt eine kleine Zeremonie, auf die ich mich jedes Mal freue:
Die Nachbarn kommen aus ihren Gärten, manche mit Emailkannen, andere mit alten Plastikflaschen.
Es wird gelacht, getratscht, gefragt, wer gerade in der Stadt war oder wann die Kinder ankommen.
Und mittendrin steht das Milchauto – ein Überbleibsel aus Sowjetzeiten, das bis heute zuverlässig durchs Dorf fährt.
Der Fahrer zieht den langen Schlauch hervor, hält ihn in die mitgebrachten Gefäße, und die kühle, frisch abgefüllte Milch läuft hinein – begleitet vom rhythmischen Gluckern, das fast schon beruhigend wirkt.
Was in Städten ein logistischer Aufwand ist – Einkaufen, Parken, Tüten tragen – passiert hier mitten im Wald ganz mühelos.
Kein Weg zum Supermarkt, keine Warteschlange, kein Stress.
Nur das Läuten der Glocke, das Kommen der Nachbarn und das Gefühl, dass man alles hat, was man braucht.
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Gedanke zum Mitnehmen
Manchmal zeigt sich echter Komfort dort, wo man ihn nicht erwartet –
nicht im Überfluss, sondern im einfachen Rhythmus von Nähe, Natur und Gemeinschaft.






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