Eines Nachmittags im Sommer tauchte plötzlich ein Kopf über unserem Blechzaun auf – einfach so, mitten in der stillen Nachmittagsruhe auf der Datscha.
Zwei neugierige Augen, ein Stirnrunzeln, dann ein kurzes Lächeln.
Für einen Moment dachte ich: Was macht der da? Schaut der, was es hier zu holen gibt?

Doch bevor ich mir weiter Gedanken machen konnte, stand derselbe Mann wenig später an unserem Gartentor – freundlich, höflich, ein wenig verlegen.
Er fragte meine Schwiegermutter, ob es bei uns Arbeit gebe.
In Russland ist das nichts Ungewöhnliches.
Viele Menschen aus den Nachbarländern kommen im Sommer in die Dörfer, um auf den Datschas zu helfen – sie pflanzen, mauern, reparieren, immer mit beeindruckender Sorgfalt und Bescheidenheit.
Was zunächst wie eine skurrile Szene wirkte, war in Wahrheit ein Moment ganz menschlicher Hoffnung:
Jemand, der nicht neugierig auf Besitz war, sondern auf Möglichkeiten.
Und irgendwie mochte ich diesen Gedanken – dass ein neugieriger Blick über einen Zaun zur Brücke werden kann zwischen zwei Welten.
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Gedanke zum Mitnehmen
Manchmal braucht es keinen großen Schritt, um Grenzen zu überwinden –
nur den Mut, hinüberzuschauen.






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