Ich begann meinen Spanischkurs in Mittelamerika mit großen Erwartungen.
Endlich die Sprache lernen – dort, wo sie gesprochen wird. Doch schon nach kurzer Zeit stellte sich Ernüchterung ein. Der Unterricht war planlos, ohne Struktur. Vier Stunden zogen sich endlos. Meine Motivation sank, und ich begann an mir selbst zu zweifeln. Vielleicht konnte ich es einfach nicht.
Dabei war die Umgebung fast paradiesisch.
Der Unterricht fand in einem tropischen Garten statt, unter Mango- und Bananenbäumen. Alles wirkte ruhig und exotisch – und doch reichte das nicht aus, um wirklich zu lernen.
Nach zwei Tagen wechselte ich den Lehrer.
Und plötzlich änderte sich alles. Meine neue Lehrerin unterrichtete klar, strukturiert und geduldig. Sie erklärte Grammatik, fragte nach, korrigierte, gab Sicherheit. Lernen machte wieder Freude – nicht, weil ich plötzlich besser war, sondern weil der Rahmen stimmte.
Erst da wurde mir etwas Wichtiges bewusst:
Ich war nicht das Problem gewesen. Es waren die Bedingungen.
Diese Erkenntnis gewann ich nicht in einem Klassenzimmer, sondern unter Mangobäumen, weit weg von Zuhause.
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Gedanke zum Mitnehmen
Wenn Lernen schwerfällt, liegt es nicht immer an fehlender Fähigkeit.
Manchmal braucht es einfach Struktur, Sicherheit und die passenden Rahmenbedingungen, damit Potenzial sichtbar wird.



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