Der finnische Jahreszeitenwechsel
Als ich zum ersten Mal den finnischen Winter in Vaasa erlebte, verstand ich sofort, warum die Finnen den Sommer so feiern. Im Dezember wird es dort schon um 15 Uhr dunkel, und bis tief in den März hinein scheint die Sonne nur wenige Stunden am Tag. Diese monatelange Dunkelheit war für mich, als jemand aus Deutschland, eine echte Umstellung.
Aber dann kam der Sommer – und mit ihm ein echtes Wunder. Ich erinnere mich an einen Abend, als ich gegen 23 Uhr zum See spazierte und eine Stunde später feststellte, dass es immer noch nicht richtig dunkel war. In Finnland wird im Sommer die Nacht fast zum Tag. Die Menschen sind ständig draußen, grillen, schwimmen in Seen und genießen das Licht. Es war, als würde das ganze Land kollektiv die Energie wieder auftanken, die der lange Winter ihnen genommen hatte.
Während man in Deutschland gerne gemütlich früh ins Bett geht, ist in Finnland im Sommer Schlaf Nebensache. Man lebt das Tageslicht aus – so viel und so lange wie möglich. Finnland hat mir gezeigt, was ein wirklich kurzer Sommer ist – und warum er so unendlich wertvoll sein kann.
Die Magie des finnischen Schnees: Vom Widerwillen zur Winterliebe
Obwohl ich in Deutschland nie besonders viel für Schnee übrig hatte, änderte sich das in Finnland schlagartig. Der Schnee war anders – strahlend weiß und fast magisch. Er blieb wochenlang liegen, ohne zu schmelzen oder sich in grauen Matsch zu verwandeln. An manchen Tagen schien die Sonne so hell, dass der Schnee wie ein Meer aus glitzernden Kristallen wirkte. Die Weite und Stille hatten etwas Beruhigendes, und obwohl ich sonst nie ein Schneefan war, begann ich, ihn zu genießen.
Besonders die finnische Art, den Winter zu leben, faszinierte mich. Während ich sonst den Schnee eher vermied, verbrachte ich hier plötzlich Stunden draußen, einfach um den Moment einzufangen. Irgendwann merkte ich, dass der Winter nicht nur eine Herausforderung war, sondern auch eine Art Rückzug, eine Zeit des Innehaltens. Der Schnee schuf eine besondere Atmosphäre, die ich nirgendwo sonst so erlebt hatte – er machte den finnischen Winter zu einem Erlebnis, das ich nicht mehr missen wollte.
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Gedanke zum Mitnehmen
In Finnland habe ich gelernt, Vertrautes neu zu sehen. Schnee war für mich nichts Besonderes, bis ich ihn dort wieder wahrnahm. Er erinnerte mich daran, wie leicht wir das Schöne übersehen, wenn wir ihm zu wenig Aufmerksamkeit schenken.






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