Fitness unter freiem Himmel – Chinas Vorsprung in Bewegung

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Als ich 2004 das erste Mal in Peking war, fiel mir etwas auf, das mich völlig überraschte: Überall standen Outdoor-Fitnessgeräte. Auf großen Plätzen, in Hinterhöfen, in Parks, zwischen Wohnblocks – wie bunte Inseln der Bewegung mitten im Großstadttrubel.

Ich staunte nicht schlecht, als ich zum ersten Mal an einem dieser „Open-Air-Gyms“ vorbeikam. Menschen jeden Alters trainierten dort: Ältere Menschen bewegten gelenkschonend ihre Arme, junge Leute hingen lachend an Reckstangen, Kinder probierten neugierig Geräte aus, die aussahen, als kämen sie direkt aus einem futuristischen Spielplatz.

Und das Beste: Alles war kostenlos. Einfach da. Für alle.
Während wir in Deutschland damals noch darüber diskutierten, ob Fitnessstudios überhaupt etwas für „normale Leute“ seien, war Bewegung in China längst Teil des Alltags – sichtbar, zugänglich, selbstverständlich.

Für mich war das wie ein Fenster in eine andere Kultur des Wohlbefindens. Während ich in Deutschland an Vereinssport, Schulsport oder teure Fitnessstudios dachte, sah ich hier einen Ansatz, der viel inklusiver war: Bewegung gehört allen.

Mit der Zeit wurde dieser Ort zu meinem eigenen kleinen Ritual. Ich beobachtete Menschen, die sich mit einer Ruhe und Gelassenheit dehnten, Turnübungen machten oder Tai-Chi-Bewegungen übten. Es war nicht effizient im westlichen Sinne – es war bewusst, gemeinschaftlich und „free“.

Heute stehen solche Outdoor-Fitnessanlagen auch in vielen Städten in Deutschland. Aber 2004 fühlte sich das an wie ein Blick in die Zukunft – eine Zukunft, in der Gesundheit nicht exklusiv ist, sondern öffentlich.

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Gedanke zum Mitnehmen
Wir halten andere Länder oft für weniger entwickelt,
weil wir nur unseren Maßstab kennen.
Doch manchmal sind sie uns in den Dingen voraus,
die wirklich zählen: Gesundheit, Gemeinschaft und Pragmatismus.

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