Vom Einmachen zum Zusammenhalt: Wie die Hutterer das einfache Leben meistern

Veröffentlicht in: Begegnung mit den Hutterern | 0

Während meines Besuchs in einer hutterischen Kolonie durfte ich einen Einblick in ihre beeindruckende Selbstversorgung bekommen. Die Gemeinschaft betreibt nicht nur ihre eigene Schule, sondern auch eine Schneiderei und eine Werkstatt für landwirtschaftliche Maschinen – alles in gemeinschaftlicher Verantwortung, alles im Sinne des „Wir“.

Am meisten faszinierte mich die große Gemeinschaftsküche. Dort bekamen wir einen Blick in die Vorratskammer: Reihenweise riesige Weckgläser mit eingekochtem Gemüse, Obst und Fleisch, daneben getrocknete und geräucherte Stücke, die im Rauchhaus hingen. Ein Mitglied der Kolonie grinste und meinte:
„Unsere Spezialitäten sind vielleicht etwas abgehangen, aber dafür umso geschmackvoller!“
Ich musste lachen – Humor funktioniert eben überall.

Tradition und Selbstversorgung: Brotmaschine und geräuchertes Fleisch in der Gemeinschaftsküche der Hutterer

Im nächsten Raum stieß ich auf eine ältere, aber erstaunlich große Brotmaschine. Schwer, altmodisch, aber offensichtlich täglich im Einsatz. Hier entsteht das Brot, das die ganze Kolonie versorgt. Während ich das massive Gerät betrachtete, stellte ich mir vor, wie jeden Morgen Teig angerührt wird, wie der Geruch von frisch gebackenem Brot durchs Gebäude zieht und wie selbstverständlich alle darauf vertrauen, dass jemand aus der Gemeinschaft es für alle zubereitet.

Und genau da wurde mir klar, was dieses einfache Leben wirklich trägt:
Die Hutterer zeigen, wie wichtig Gemeinschaft, Selbstversorgung und das Bewahren von Traditionen für ein nachhaltiges, unabhängiges Leben sein können. Ihr Alltag beweist, dass man mit Zusammenarbeit, handwerklichem Können und alten Methoden nicht nur gut leben, sondern auch besondere Lebensqualität und echten Zusammenhalt schaffen kann.
Und vor allem: wie wertvoll es ist, Wissen und Fertigkeiten von Generation zu Generation weiterzugeben.

 
  💭
  Gedanke zum Mitnehmen
 
 
Was wir bewahren und weitergeben, hält eine Gemeinschaft lebendig. Altes Wissen ist kein Rückschritt – es ist ein Fundament.

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