Der erste Eindruck, der mir in der Hutterer-Kolonie auffiel, war die besondere Bauweise. Die Häuser standen flach, weitläufig und in klaren Linien angeordnet – so, dass Arbeiten, Leben und Gemeinschaft nahtlos ineinander übergehen. Es wirkte schlicht und gleichzeitig unglaublich stimmig, als würde diese Architektur seit Jahrhunderten genau für diesen Zweck bestehen.
Während wir über den Hof gingen, erzählte man uns, dass diese Lebensweise tatsächlich bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Die Hutterer leben seit jeher gemeinschaftlich, teilen Besitz und treffen ihre Entscheidungen selbst. Ihr Wunsch nach Eigenständigkeit und nach einem Leben nach ihren eigenen Regeln hat sie geprägt – über Generationen hinweg.

Am Rand des Hofes stand eine Hutterer-Frau in ihrer traditionellen Kleidung, ruhig, zurückhaltend und doch ausdrucksstark. Meine Freundin Manja blieb sofort stehen – dieser Moment hatte etwas Besonderes. Sie hob die Kamera und fing die Szene ein: das lange Gemeinschaftsgebäude, der weite Hof, die Frau, die gerade aus dem Bild zu gehen schien.
Für uns fühlte es sich an, als würde hier Geschichte nicht im Museum hängen, sondern einfach weiterlaufen – jeden Tag, ganz selbstverständlich. Und genau in diesem kurzen Augenblick konnten wir ein Stück davon mitnehmen.
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Gedanke zum Mitnehmen
Manchmal begegnet man Geschichte nicht in Büchern, sondern in Momenten, in denen Menschen ihre Traditionen einfach weiterleben – still, selbstverständlich und voller Kraft.





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