Uluru und mehr: Ein unvergessliches Abenteuer mit der Familie
Während meines einjährigen Aufenthalts in Australien, nach etwa neun Monaten, kamen meine Eltern zu Besuch. Wir beschlossen, eine dreiwöchige Rundreise zu unternehmen, die uns bis tief ins Outback führte.
Dort buchten wir eine dreitägige geführte Tour mit Wayoutback zu den beeindruckenden Naturwundern Uluru, Kings Canyon und Kata Tjuta. Unser Guide hieß Jason – ein humorvoller, herzlicher Mann, der uns mit seinen Geschichten über Land, Leute und Legenden sofort in seinen Bann zog.
Eine Nacht unterm Sternenhimmel
Eine der unvergesslichsten Nächte dieser Reise verbrachten wir am Lagerfeuer mitten im roten Sand. Unter einem endlosen Sternenhimmel erzählte Jason Geschichten der Aborigines – von der Entstehung der Welt, von Ahnengeistern und vom Respekt vor der Natur.
Wir schliefen in Swags, einfachen Schlafsäcken mit Plane, die von australischen Viehzüchtern erfunden wurden, um draußen zu übernachten. Eingehüllt in den Klang der Nacht fühlten wir uns der Erde und uns selbst ganz nah. Diese Erfahrung schweißte uns als Familie zusammen – es war, als würde das Outback selbst uns bewachen.
Eine ĂĽberraschende Begegnung
Zehn Jahre später reisten wir erneut nach Australien. Wieder gemeinsam, wieder als Familie – aber diesmal mit ganz anderen Augen. Das Outback lag längst hinter uns, die Abenteuer von damals fühlten sich fast wie eine andere Zeit an.
In Melbourne standen wir eines Morgens vor unserem Hotel auf der Straße und warteten – worauf genau, weiß ich heute nicht mehr. Autos rauschten vorbei, Menschen eilten zur Arbeit. Nichts deutete darauf hin, dass gleich etwas Außergewöhnliches passieren würde.
Plötzlich sagte mein Vater ganz ruhig:
„Sag mal … das ist doch der Jason.“
Ich drehte mich um. Und da war er.
Genau derselbe Jason von damals. Unser Outback-Guide von 2005. Kaum verändert, dieselbe Ausstrahlung, derselbe Blick. Zehn Jahre später. Auf einem anderen Kontinent. In einer anderen Stadt. Und doch unverkennbar.
Wir gingen auf ihn zu, noch halb ungläubig. Und ja – er war es wirklich. Er erinnerte sich an uns, an die Tour, an das Lagerfeuer im Outback. Wir lachten, redeten durcheinander, und für einen Moment war all das Staubige, Weite und Wilde Australiens wieder ganz nah.
Man reist zehn Jahre später ans andere Ende der Welt – und begegnet genau dem Menschen wieder, der einen damals begleitet hat.
Nicht am selben Ort. Nicht geplant.
Einfach so.

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Gedanke zum Mitnehmen
Es gibt Begegnungen, die scheinen dem Zufall zu gehören – bis man spürt, dass sie längst für uns vorgesehen waren.






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