Slow Motion in der Prärie – Als Hornträger uns den Takt vorgaben

Veröffentlicht in: Auslandssemester in South Dakota | 0

South Dakota zeigt einem manchmal sehr deutlich, dass man hier nicht das Sagen hat – schon gar nicht auf den Straßen. Wir waren mitten in der Prärie unterwegs, als der Verkehr plötzlich zum Stillstand kam. Kein Unfall, kein Baustellenschild, nichts. Nur ein tiefes, langsames Grollen, das durch den Boden vibrierte.

Und dann sahen wir sie.

Eine Gruppe mächtiger Bisons trottete in aller Ruhe über die Straße, als gehörte sie ihnen. Kein Stress, kein Blick nach links oder rechts – reine Gelassenheit. Einer von ihnen blieb sogar mitten auf der Fahrbahn stehen, drehte den Kopf und musterte uns, als wolle er sagen: „Ihr könnt warten. Wir sind hier fertig, wenn wir fertig sind.“

Während wir im Auto saßen, wurde es ganz still. Niemand hupte, niemand drängelte. Irgendwie spürte jeder, dass wir gerade Zeugen eines Moments waren, der mehr war als eine Verkehrssituation. Es war eine Einladung, einmal im Leben den eigenen Rhythmus loszulassen – und sich dem Tempo der Natur zu fügen.

In Deutschland wäre so etwas undenkbar. Hier dagegen ist es ganz normal, dass uralte Wildtiere bestimmen, wann es weitergeht. Sie erinnern einen daran, wie klein man ist in dieser Landschaft und wie großartig das Gefühl sein kann, wenn man einfach wartet.

 
  💭
  Gedanke zum Mitnehmen
 
 
Manchmal braucht es nur ein paar Bisons auf der Straße, um uns daran zu erinnern, dass nicht wir den Takt vorgeben – sondern das Leben seinen eigenen Rhythmus hat.

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