Weihnachten 2000 in Florida fühlte sich an, als hätte jemand den Nordpol kurzerhand in die Karibik exportiert.
Die ganze Nachbarschaft verwandelte sich in ein elektrisches Winterwunderland – nur dass hier Palmen statt Tannenbäume die Hauptrollen spielten.

Und die wirkten ehrlich gesagt ein wenig überfordert mit ihrer neuen Aufgabe.
Jeden Abend führte ich meine ganz persönliche „Weihnachtslichter-Exkursion“ durch und entdeckte dabei Szenerien, die selbst Hollywood nicht besser hätte inszenieren können:
Schwitzende Schneemänner: Plastikfiguren, deren aufgemalte Röte in der Hitze langsam verblasste, während ihre Glühbirnen-Nasen unermüdlich weiterleuchteten
Synchrone Rentier-Paraden: Ganze Herden mechanischer Rentiere, die im perfekten Takt zu „Jingle Bell Rock“ ihre Köpfe wackelten – begleitet vom Quietschen ungeölter Schaukelstühle
Mega-Häuser der Nachbarschaft: Vorgärten so grell erleuchtet, dass man nachts problemlos hätte Zeitung lesen können – ohne eine einzige Straßenlaterne
Florida hatte den Weihnachtsstern vielleicht nicht erfunden,
aber die Amerikaner hatten definitiv herausgefunden, wie man ihn mit maximaler Wattzahl zum Strahlen bringt.
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Gedanke zum Mitnehmen
Interkulturelle Begegnungen sind oft dann am schönsten, wenn sie uns liebevoll irritieren.
Sie erinnern uns daran, dass Traditionen wandelbar sind – und dass sich hinter jeder skurrilen Szenerie ein echtes Bedürfnis nach Gemeinschaft, Freude und Zugehörigkeit verbirgt.
Manchmal müssen wir nur bereit sein, Palmen als Tannen zu akzeptieren.






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