
Gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin Rainy und ihrem Freund Gary besuchte ich an einem Wochenende deren Schwiegereltern in Kaifeng. Während unseres Besuchs empfahlen sie mir eine organisierte Wochenendreise – und da meine Neugier sofort geweckt war, meldete ich mich kurzerhand an.
Also machte ich mich allein auf den Weg – als einzige Ausländerin in einer rein chinesischen Reisegruppe. Schon beim Einsteigen in den Bus war ich der Mittelpunkt des Interesses: Alle wollten mit mir sprechen, Selfies machen oder wissen, woher ich komme. Nur ein kleines Detail machte das Ganze schwierig – niemand sprach Englisch. Nicht einmal die Reiseleiterin.
Wir kommunizierten also mit allem, was wir hatten: Händen, Füßen, Mimik, Zahlen in die Luft malen. Uhrzeiten wurden mit ausgestreckten Fingern und großen Gesten verabredet. Und obwohl ich kein Wort verstand, war immer klar, was gemeint war – irgendwie.
Ich folgte einfach der Gruppe, lachte mit, nickte, zeigte auf Dinge, und wurde immer wieder herzlich angelächelt. Es war, als würde man sich in einer Sprache verstehen, die gar keine Worte braucht. Und je länger das Wochenende dauerte, desto weniger fühlte ich mich fremd.
Diese Reise wurde zu einem meiner schönsten Erlebnisse in China – nicht, weil ich viel verstanden hätte, sondern weil ich erfahren habe, dass Verbindung auch ohne gemeinsame Sprache möglich ist.
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Gedanke zum Mitnehmen
Verständigung ist mehr als Worte.
Wenn Herz und Haltung offen sind, wird selbst Schweigen zu Kommunikation.






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