Liebe statt Handyverbot – Ein Blick ins hutterische Klassenzimmer

Veröffentlicht in: Begegnung mit den Hutterern | 0
Die ‚Früchte des Geistes‘ am Eingang des hutterischen Klassenzimmers – Werte statt Verbote

Als ich das hutterische Klassenzimmer in der Nähe von Aberdeen betrat, blieb ich sofort am Eingang stehen. An der Wand hing eine vertikale Holztafel mit Worten wie
Liebe, Friede, Freude, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.

Ich war überrascht, denn das war eine Art von „Klassenzimmerregeln“, die ich so noch nie gesehen hatte. Keine Spur von
„Nicht rennen!“, „Nicht stören!“, „Nicht laut sein!“
– nichts davon.
Nur positive Haltungen.
Nur Werte.

Damals fand ich es einfach schön. Heute, mit dem Blick einer Lehrerin, verstehe ich noch viel stärker, wie außergewöhnlich dieses kleine Detail ist. Wie anders ein Raum wirkt, wenn er nicht mit Verboten beginnt, sondern mit einer Einladung:
„So möchten wir miteinander sein.“

Und manchmal denke ich, wenn ich dieses Foto wieder sehe:
Ein bisschen mehr „Freude“ und „Freundlichkeit“ an deutschen Klassenzimmertüren könnten uns allen guttun.
Ob das Handy dadurch ausbleibt? Vielleicht nicht.
Aber der Tag würde definitiv anders anfangen.

 
  💭
  Gedanke zum Mitnehmen
 
 
Manchmal verändert ein Raum schon dadurch etwas in uns, welche Worte uns dort begrüßen.
Vielleicht brauchen wir weniger „Nicht!“ und mehr Erinnerungen daran, wer wir sein können, wenn wir freundlich, geduldig oder mutig handeln.

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