Von 2007 bis 2009 absolvierte ich den Masterstudiengang „Intercultural Studies in Communication and Administration“ an der Universität Vaasa in Finnland.
Land der extremen Gegensätze
Finnland erschien mir schon damals als ein Land der extremen Gegensätze: endlose Sommernächte, in denen die Sonne kaum untergeht, und dunkle Winter, die Stille und Rückzug verlangen. Moderne Architektur trifft auf Weite und Natur, technologische Klarheit auf nordische Gelassenheit.
Genau dieses Spannungsfeld spiegelt sich auch auf dem Campus der Universität Vaasa wider: klare Linien, funktionale Gebäude und viel Raum – offen, modern und zugleich ruhig. Der Campus wirkte auf mich wie ein Sinnbild für das Land selbst.
Universität Vaasa: Ein moderner Campus mit Meerblick und skandinavischem Flair
Neben viel Wald, Seen und Strand hat Vaasa vor allem einen attraktiven Campus zu bieten. Moderne Architektur, gepaart mit alten Fabrikgebäuden, verleiht dem Studienalltag eine besondere Note. Erwähnenswert sind die gut ausgestattete Bibliothek, Aufenthaltsräume, Lerngruppenräume und PC-Pools mit Internetanschluss. Die Mensa „Matilda“ und die Cafeteria „Oskar“ sind ideale Orte, um die Freistunden zu verbringen.
Die fantastische Lage direkt am Meer lädt zu Picknicks am Strand ein. Egal, ob Austauschstudent für ein oder zwei Semester oder für ein ganzes Studium – das finnische Universitätssystem unterscheidet sich vom deutschen: Das Studienjahr ist in Herbst- (September bis Dezember) und Frühjahrssemester (Januar bis Mai) unterteilt, die jeweils aus drei Abschnitten bestehen.
Das finnische Studiensystem: Term-basierte Vorlesungen und PrĂĽfungen im Fokus
In Finnland sind die Vorlesungen nicht wie in Deutschland über das gesamte Semester verteilt, sondern konzentrieren sich auf einen Term, was den Arbeitsaufwand entsprechend erhöht. Der Vorteil dieses Systems ist jedoch, dass nach jedem Term eine vorlesungsfreie Woche stattfindet, die die Studierenden zum Lernen oder zum Reisen nutzen können. Direkt danach stehen die ersten Prüfungen an, die in großen Auditorien abgehalten werden. Interessant ist auch das finnische Bewertungssystem: Mit fünf Punkten hat man eine Meisterleistung erbracht, während ein Punkt gerade so für das Bestehen reicht. Insgesamt führt dieses System zu einem intensiveren, aber auch fokussierteren Lernprozess, da man sich voll und ganz auf die Inhalte eines Terms konzentrieren kann. Gleichzeitig erfordert es eine gute Zeitplanung und Selbstdisziplin, um den Stoff rechtzeitig zu bewältigen und sich auf die Prüfungen vorzubereiten.
Prüfungen in Finnland: Hohe Anforderungen und flexible Wiederholungsmöglichkeiten
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass zwar besonders der Leseaufwand in meinem forschungs-orientierten Studiengang sehr hoch ist, man aber nach guter Vorbereitung keinerlei Befürchtungen bei den Prüfungen haben muss. Sollte es doch einmal danebengehen oder man hat einfach das Bedürfnis, sein Ergebnis zu verbessern, so hat jeder Student in Finnland das Recht, innerhalb desselben Semesters die Prüfung zwei weitere Male zu wiederholen, wobei immer das beste Ergebnis in die Bewertung mit eingeht. Ein weiterer Vorteil des finnischen Systems ist, dass die Prüfungen meist praxisorientiert sind und den Fokus auf das Verstehen und Anwenden des Gelernten legen, statt reines Auswendiglernen zu fordern. Zudem sorgt die Möglichkeit, Prüfungen mehrfach abzulegen, dafür, dass der Druck auf die Studierenden reduziert wird, was ein entspannteres Lernen ermöglicht.
Akademische Exzellenz und persönlicher Fortschritt – Mein Master-Erlebnis an der Universität Vaasa
Als ich mich damals fĂĽr den Masterstudiengang „Intercultural Studies in Communication and Administration“ an der Universität Vaasa beworben hatte, konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass ich ein Jahr später bereits den GroĂźteil meines Studiums abgeschlossen haben wĂĽrde. Als ich mich damals fĂĽr den Masterstudiengang „Intercultural Studies in Communication and Administration“ an der Universität Vaasa beworben hatte, konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass ich ein Jahr später bereits den GroĂźteil meines Studiums abgeschlossen haben wĂĽrde.
Obwohl das Studium sehr theoretisch war, habe ich vor allem eins gelernt: wie man wissenschaftlich schreibt, und so habe ich meine Masterarbeit mit ‚magna cum laude‘ abgeschlossen. Die intensive Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Methoden und das ständige Feedback meiner Dozenten halfen mir, meine Argumentationsfähigkeiten zu verfeinern. Zudem boten die zahlreichen Bibliotheksressourcen und Online-Datenbanken der Universität eine hervorragende Grundlage fĂĽr meine Recherchen. Diese Erfahrung hat nicht nur meine akademischen Fähigkeiten gestärkt, sondern auch mein Selbstvertrauen in meine wissenschaftlichen Kompetenzen erheblich gesteigert.
Hervorragende Betreuung und interkulturelle UnterstĂĽtzung
In Vaasa angekommen, wurden alle Studierenden von ihren finnischen Tutoren abgeholt, die besonders in den ersten Wochen bei Behördengängen und anderen organisatorischen Angelegenheiten eine groĂźe Hilfe waren. Ohne Kenntnisse der finnischen Sprache wäre ich ohne diese Tutoren ziemlich aufgeschmissen gewesen. Zudem kĂĽmmerte sich ein eigenes „International Office“ um die internationalen Studierenden. Die Mitarbeiter bemĂĽhten sich herzlich um alle Austauschstudierenden, organisierten Veranstaltungen und standen fĂĽr alle persönlichen und administrativen Fragen zur VerfĂĽgung. Die UnterstĂĽtzung durch das International Office half mir, mich schnell in der neuen Umgebung einzuleben und mich auf mein Studium zu konzentrieren. Dank der zahlreichen Veranstaltungen konnte ich nicht nur die finnische Kultur besser kennenlernen, sondern auch enge Freundschaften mit Kommilitonen aus aller Welt schlieĂźen.
Internationale Vielfalt und interkulturelle Zusammenarbeit – Erfolgskonzept an der Universität Vaasa
Beeindruckend an Finnland im Allgemeinen und der Universität Vaasa im Speziellen ist die internationale Ausrichtung. Selbst in RegionalzĂĽgen erfolgen Durchsagen in Finnisch, Schwedisch und Englisch. An der Universität gibt es ganze Programme, die auf Schwedisch oder Englisch unterrichtet werden. Meine Klasse bestand komplett aus internationalen Studierenden, von denen die meisten nicht aus Westeuropa oder den omnipräsenten USA stammen, sondern aus Osteuropa und Asien. Diese Vielfalt an Perspektiven bereicherte die Diskussionen und Projekte im Unterricht enorm. Die interkulturelle Zusammenarbeit förderte nicht nur mein akademisches Verständnis, sondern auch meine Fähigkeit, in einem globalen Umfeld effektiv zu kommunizieren.Â
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Gedanke zum Mitnehmen
Je mehr Perspektiven wir kennenlernen, desto größer wird unser Verständnis – für die Welt und für uns selbst.
Finnland hat mich gelehrt, dass wahre Vielfalt im Denken beginnt und im Herzen weiterlebt.






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